Symbolbild - Die Stadt Texas in den USA bei dämmerung

Texas überschwemmt die Welt mit Öl

Das Phänomen der Steigerung der Erdölgewinnung in Texas, USA hat dazu geführt, dass der US Bundessaat mit seinen Exporten den Weltmarkt mit „schwarzem Gold“ auf einem Niveau bedient, das noch vor einigen Jahrzenten niemand für möglich gehalten hat.

Gemäß Schätzungen durch die Bloomberg-Analytiker wird Texas die Versorgung von Rohöl fortsetzen und das wird in den nächsten Jahren enorme Folgen für die Erdölindustrie, die globale politische Szene, aber auch in vielen anderem Wirtschaftssektoren haben. Die OPEC wird es zum Beispiel sehr schwierig haben, Preise hoch zu halten, während, für seinen Teil, Washington eine starke diplomatische Waffe gewinnt.

Gemäß offiziellen Regierungszahlen haben amerikanische Ölexporte eine Zunahme von mehr als 70 % auf außerordentliche zwei Millionen Barrel pro Tag realisiert. In naher Zukunft wird dieser Wert auch rund 3 Millionen Barrel steigen, was dazu führen wird, dass die USA Kuwait überholen werden.

„Es ist das neue Energiealter Amerikas“, hat der verantwortliche Minister, Rick Perry auf einer Konferenz in Houston gesagt. Zur gleichen Zeit glauben Händler und Sektormanager, dass amerikanische Exporte von Rohöl 5 Millionen Barrel bis Ende 2020 erreichen werden, d. h. einen Zuwachs von 70 % im Vergleich zum aktuellen Niveau. Wenn dieses Ziel erreicht wird, werden die Vereinigten Staaten der größte Ölexporteur werden und alle OPEC-Länder mit Ausnahme von Saudi-Arabien übertreffen. Im Augenblick bleiben die Vereinigten Staaten ein Öleinfuhrland, aber das wird sich wahrscheinlich in den kommenden Monaten ändern.

Die politischen Implikationen dieser Tendenz sind bereits gefühlt worden. Die Regierung von Trump hat geschafft, aggressive Sanktionen gegen iranische und venezolanische Ölexporte zu verhängen, wissend, dass Erdölgewinnung von Texas weiterhin wachsen wird. Auf dem Wirtschaftsniveau hat sich das kommerzielle Öldefizit 2018 zu den Tiefstständen der letzten 20 Jahre ausgerichtet.

Inzwischen sind die Vereinigten Staaten bereits ein Hauptexporteur von raffinierten Produkten, wie Benzin und Diesel. Bis 2024 werden die Vereinigten Staaten, mit einem Tagesvolumen von 9 Mio. Barrel, der zweitgrößte Exporteur von Rohöl und raffinierten Produkten, Russland überholen und sich Saudi-Arabien annähern.

Wie Bloomberg in seiner Analyse darauf hinweist, befindet man sich aufgrund von Sanktionen in Venezuela und dem Iran, sowie dem Produktionniveau der OPEC in einem Käufermarkt. Aber in letzter Zeit haben einige stabile Märkte begonnen, wie Raffinerien in Kanada, Italien, Großbritannien und Südkorea aufzubauen und so langfristige Abnahmeverträge ermöglicht.

Der Schlüssel zu amerikanischen Exporten ist China, das aktuell an einem Handelskrieg mit Washington beteiligt ist. So haben bis zum letzten Jahr chinesische Raffinerien einen bedeutenden Teil von US-Exporten absorbierten. Um diesen Trend fortzusetzen, muss Wahsington dringend ein Handelsabkommen mit Peking erreichen müssen.